Denn der HERR, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer, ein eifriger Gott. — 5. Mose 4:24
Wer aber dem Herrn anhängt, ist ein Geist mit ihm. — 1. Korinther 6:17

Author
Faustino de Jesús Zamora Vargas
Zusammenfassung: Der Autor teilt seine Erfahrung als frisch Bekehrter zum Christentum und wie er sich von der Vorstellung eines Gottes überwältigt fühlte, der neben der Liebe auch ein verzehrendes Feuer war. Mit der Zeit lernte er, dass das Feuer Gottes ein reinigendes Feuer ist und dass die Liebe seine glühendste Flamme ist. In Jesus sind wir im Heiligen Geist und mit Feuer getauft und haben keine Verdammnis. Gott sehnt sich danach, sich in uns zu verschmelzen und uns eins in Ihm zu machen.
Es waren die Tage, in denen mein ganzes Sein den Herrn lobte, bewegt von der Schönheit der 'ersten Liebe'. Ich kann immer noch das Durcheinander meines Herzschlags im Rausch der totalen Hingabe an etwas Inneres spüren, das jeden Winkel meiner Vernunft mit Begeisterung und Jubel überfließen ließ. Mein Glaube wuchs mit jedem Schritt. Die Welt und das Leben strahlten neues Licht aus. Das Ereignis Christi in meinem Leben wurde unaufhörlich verkündet. Ihn zu verkünden, wurde zur Hingabe, und Hingabe ist eine Sache Gottes. Die persönliche Vision des Christus, der mir die Arme öffnete, war eine obsessive Erscheinung. Er besaß meinen Geist, und bald begann ich, mit himmlischen Fäden die zerrissenen Säcke des weltlichen Bewusstseins zu flicken und ließ mich auf einen geistlichen Kanal gleiten, wo ich im Voraus wusste, dass alles, was ich finden würde, selbst in Momenten des Elends, Segen sein würde.
Das Wort Liebe begann eine neue Dimension anzunehmen; es war eine neue Selbstentdeckung. Ich hätte nie gedacht, dass dieses übernatürliche Gefühl, das aus der Liebe Gottes kam, das Beste in mir zum Vorschein bringen könnte… und ich sang… Damals kannte ich noch kein einziges Loblied, aber ich erfand es, ich sang meinem Gott, ich tat es leise, laut, ich schrie vor Freude. In meinem ersten Familienurlaub, schon im Herrn, weinte ich eines Nachmittags wie ein Kind, als ich zusah, wie die Sonne am Horizont verschwand, und dort entstanden meine ersten Poesieversuche, naiv und ungeschminkt, aber erfüllt von Dankbarkeit und aufrichtigen Emotionen. Wie geliebt ich mich fühlte! Meine Tränen bekamen Kolibri-Flügel und belebten meine Füße, meine Seele und meine Sinne!
Doch eines Tages, unerwartet und im puren Eifer der Begeisterung für meinen Retter, wurde mir ins Gesicht geschleudert: – Vorsicht, Gott ist nicht nur Liebe, sondern auch ein verzehrendes Feuer –.
Niemand kann sich die negative Wirkung vorstellen, die solche Worte in einem frisch bekehrten und freudigen Herzen hervorrufen können, schlimmer noch, wenn sie von einem angeblich reifen Bruder im Glauben und in der Gemeinschaft mit Gott kommen. In jener Nacht wurde ich buchstäblich in den Flammen der Unschuld und Verwirrung verzehrt. Ich konnte dieses neue Gefühl, eine Mischung aus Liebe und apokalyptischer Furcht vor einem Gott, der mir nun durch einen angeblich biblischen, aber verheerenden Kommentar unverständlich wurde, nicht begreifen. Ich empfand Panik… und tauchte – vielleicht zum ersten Mal – in das Wort Gottes ein. Das Erste, was ich entdeckte, war der so oberflächliche Umgang mit der Heiligen Schrift, um einer neuen Kreatur in Christus zu dienen, die damals nur ihren Glauben und ihr Vertrauen auf Gott bekräftigen musste. Mit der Zeit hat das Studium des Wortes 'Feuer' im Kontext Gottes meinem Leben gedient, und mehr als einmal habe ich meinen König gebeten, dass sein Feuer mich verzehre (dass es für immer die raffinierten Strategien auslösche, ihm zu gefallen, die vorübergehenden Wendungen zum Egozentrismus und zur Selbstgenügsamkeit und die temporären und störenden Anflüge des alten Menschen, der vor fast einem Jahrzehnt am Kreuz starb), damit der Christ hervortrete und fortbestehe, der sich in Christus Jesus als Sieger weiß.
Die gute Nachricht ist, dass der Christus, der uns mit seiner Heiligkeit bekleidet, uns vor 2000 Jahren den unermesslichen Nutzen Seiner Gnade durch einen neuen glorreichen Bund schenkte – besiegelt durch seinen Tod und seine Auferstehung –, in dem die Liebe die glühendste Flamme seines reinigenden Feuers ist. Gott, der uns in seinem Sohn Jesus Christus geheiligt, gerechtfertigt und erlöst hat, beabsichtigt nicht, uns zu vernichten, auszulöschen und von der Landkarte seiner pastoralen Fürsorge zu tilgen. Nein, uns nicht! Das Gericht wird mit Feuer kommen (Offenbarung 19), aber wir sind von Jesus im Heiligen Geist und mit Feuer getauft worden (Matthäus 3,11). Wer in Christus bleibt, muss sich nicht fürchten. Wir sind Teil eines unerschütterlichen Reiches, und unsere Hoffnung ist auf ein unzerstörbares Fundament gebaut. Christus ist heute das Feuer, das uns verzehrt. In Ihm gibt es keine Verdammnis für uns (Joh. 5,24; Röm. 8,1), sondern ein himmlisches Verlangen, uns mit allem geistlichen Segen zu segnen.
Gott sehnt sich danach, sich in dir zu verschmelzen, dich mit seinem verzehrenden Feuer zu verzehren und dich eins in Ihm zu machen.
Gott segne dich!