Perfekte Unvollkommenheit

Nein! Ich habe meine Seele beruhigt und gestillt. Wie ein entwöhntes Kind bei seiner Mutter, wie ein entwöhntes Kind ist meine Seele stille in mir.Psalmen 131:2
Zu jener Zeit hob Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast!Matthäus 11:25
Milagros García Klibansky

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Milagros García Klibansky

Zusammenfassung: Der Autor war bei einer Taufe anwesend, wo einer der Brüder, die sich taufen ließen, ein Mann mit geistiger Behinderung war. Dieser Mann zeigte eine aufrichtige Anbetung und echte Emotion beim Empfang der Erlösung. Der Autor reflektiert darüber, wie die „Unvollkommenheit“ dieses Mannes ihn in den Augen Gottes tatsächlich vollkommen machte, und wie die anderen Getauften, die sich ihrer eigenen Unvollkommenheit bewusst waren, sich für ein besseres Leben entschieden. Zusammenfassend erlebte der Autor das Wunder der Erlösung und die Transformation des Lebens.

Ich habe ein Wunder miterlebt und kann noch nicht genau sagen, worin es bestand. Ich habe es genossen, Brüder sich taufen zu sehen, und unter ihnen war einer ein Mann mit eingeschränkter intellektueller Fähigkeit, was wir einen „geistig Behinderten“ nennen. Während die anderen ruhig blieben, darauf wartend, dass der Pastor sie fragte und sie ja sagten, war dieser Mann keine Sekunde ruhig und löste einen Sturm aus, besonders unter uns Zuschauern.

Dieses Wesen, das nach unserer Meinung unvollkommen war, zumindest nach unserem wohlüberlegten und anspruchsvollen Sinn für Perfektion, zeigte vor unseren Augen, was aufrichtige Anbetung und die echteste Emotion ist, die wir kennen können. Diese „Unvollkommenheit“ ergoss ihre Seele so vollkommen, dass sie uns, die „Vollkommenen“, in Verlegenheit brachte. Es war, als sähe man ein Kind, das sich über das beste Geschenk freute, das sein Vater ihm machen konnte, und tatsächlich war es so: Sein Vater hatte ihm das beste Geschenk gemacht: die Erlösung, das ewige Leben. Es lässt sich nicht mit Worten beschreiben; einfach die Worte, die dies beschreiben können, haben wir auf dem Lebensweg verloren, als wir unsere Unschuld verloren, als wir das Kind in uns an irgendeiner Wegbiegung zurückließen.

Was war also das Wunder, was das Unerwartete? Dass ein Mensch mit geistigen Einschränkungen, der mit der Naivität eines Kindes funktioniert, sein Leben Christus übergibt? Das Wunder lag nicht in dem „Unvollkommenen“; er war, noch bevor er Ja sagte, schon vollkommen für Gott. Seine aufrichtige Anbetung war wie ein wohlgefälliger Weihrauch vor dem Altar, wie ein Trankopfer mit dem Aroma echter Unschuld. Das Wunder lag in den anderen, die sich taufen ließen, jenen, die als bewusste Sünder einen Kampf gegen den Goliath aufgenommen hatten, der ihnen täglich auflauert, und sich für ein besseres Leben entschieden hatten.

Unvollkommenheit? Als ob wir wüssten, was vollkommen ist und was nicht!

Ich habe ein Wunder miterlebt. Ich habe jemanden sich taufen sehen, der für Gott vollkommen war. Ich habe viele Unvollkommene öffentlich anerkennen sehen, dass sie unvollkommen waren. Ich habe das Wunder der Erlösung und die Entscheidung für die Transformation des Lebens gesehen. Ich habe Gott gesehen.