Und der HERR antwortete und sprach zu seinem Volk: Siehe, ich sende euch Korn, Most und Öl, daß ihr davon satt werden sollt, und ich will euch nicht mehr der Beschimpfung unter den Heiden preisgeben; — Joel 2:19
Und er befahl dem Volk, sich in das Gras zu lagern, nahm die fünf Brote und die zwei Fische, sah zum Himmel auf, dankte, brach und gab den Jüngern die Brote, die Jünger aber gaben sie dem Volk. — Matthäus 14:19

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Dr. Ernst Diehl
Zusammenfassung: Wir treten in eine neue Ära des „nachhaltigen Überflusses“ ein, in der die Technologie die Last der Arbeit bald aufheben könnte, was eine existentielle Krise unserer Identität auslösen wird. Doch wie Christi wunderbare Speisung offenbart, geht unsere wahre Bestimmung über bloße Produktion und biologische Bedürfnisse hinaus. Gottes Versorgung stillt einen tieferen geistlichen Hunger mit einem erstaunlichen Überfluss und lädt uns ein, eine Mangelmentalität zu überwinden. Wir sind berufen, uns von Produzenten zu Teilhabern der göttlichen Natur zu wandeln, eine höhere Berufung der Gemeinschaft anzunehmen und Christi grenzenlose Erfüllung zu verteilen, denn selbst wenn alles kostenlos ist, stillt Er allein wahrhaftig.
Wir stehen an der Schwelle zu einer seltsamen neuen Ära, eine, die Technologen und Futuristen wie Elon Musk als eine Zeit des „nachhaltigen Überflusses“ beschreiben. Uns wird gesagt, wir könnten bald eine Welt bewohnen, in der künstliche Intelligenz und Automatisierung die Kosten von Gütern auf nahezu null senken, wo „name it and claim it“ von einem spirituellen Klischee zu einer technologischen Realität wird. Während dieses Versprechen eines kostenlosen Lebens wie eine Utopie klingt, gebiert es doch eine tiefe, existentielle Angst. Seit Jahrtausenden definiert sich die Menschheit durch Mühsal; wir sind, was wir tun, und wir sind, was wir produzieren. Wenn der alte Fluch, im Schweiße unseres Angesichts unser Brot zu verdienen, technologisch aufgehoben wird, sind wir gezwungen zu fragen: Wenn wir nicht mehr arbeiten müssen, um zu überleben, wer sind wir dann?
Um diese moderne Sinnkrise zu meistern, müssen wir auf einen uralten Hunger und eine wundersame Speisung zurückblicken. In Matthäus 14 standen die Jünger in einer trostlosen Wüste, umgeben von fünftausend hungrigen Familien. Nach der Logik der Welt handelnd, sahen sie nur Mangel. Sie kalkulierten den Mangel an Ressourcen und drängten Jesus, die Menschenmengen wegzuschicken, damit sie für sich selbst sorgen könnten. Doch Jesus, der die Rolle des barmherzigen Versorgers einnahm, weigerte sich, in einer Ökonomie des Mangels zu handeln. Er erfüllte eine Jahrhunderte zuvor durch den Propheten Joel gemachte Verheißung, der verkündete, dass Gott Sein Volk wiederherstellen würde, indem Er „Korn, Most und Öl“ sendet, damit sie satt würden und nie wieder Schmach erleiden müssten.
Als Jesus die geringen fünf Brote und zwei Fische nahm, löste Er nicht nur ein Kaloriendefizit; Er definierte die Quelle unserer Nahrung neu. Indem Er zum Himmel aufblickte und das Brot segnete, verwandelte Er eine karge Wüste in einen üppigen Festtisch und erfüllte damit Joels Verheißung der Wiederherstellung. Das Ergebnis war nicht nur ausreichend, sondern ein erstaunlicher Überfluss – zwölf Körbe voll mit Resten. Dieser Überfluss signalisiert, dass Gottes Versorgung stets unsere biologischen Bedürfnisse übersteigt und den tieferen geistlichen Hunger anspricht, der die menschliche Existenz definiert.
Diese Unterscheidung ist der Schlüssel, um in einer Zukunft des technologischen Überflusses Halt zu finden. Eine Welt des nachhaltigen Überflusses mag uns tatsächlich mit „Korn“ versorgen – den physischen Notwendigkeiten des Lebens –, doch kein Algorithmus oder keine Maschine kann den „Wein“ des Bundes oder das „Öl“ des Heiligen Geistes bereitstellen. Wenn die Notwendigkeit der Arbeit verschwindet, verschwindet unsere Bestimmung nicht; sie steigt lediglich auf. Wir sind eingeladen, unsere Identität vom Produzenten von Gütern zum Teilhaber an der göttlichen Natur zu verlagern. Wir wechseln von der Angst, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, zur Berufung, den Lebensgeber zu genießen.
In diesem Licht wird die Mangelmentalität – diese nagende Angst, dass es nie genug Zeit, Gnade oder Ressourcen gibt – als Mangel an Vertrauen in den Hirten offenbart. Unser Wert lag nie in unserem Fleiß oder unseren Berufsbezeichnungen, sondern in der Einladung, auf dem grünen Gras zu sitzen und aus der Hand Gottes zu essen. Wenn die Welt die Last des Überlebens von unseren Schultern nimmt, befreit sie uns lediglich für die höhere Berufung der Gemeinschaft und der Verteilung.
So mögen die Maschinen sich abmühen und die Algorithmen das Korn einer neuen Ökonomie hervorbringen; sie können immer nur den Körper erhalten. Unser Auftrag reicht höher. Wir werden vom Fluch der Plackerei befreit, nicht um untätig zu sein, sondern um Verwalter eines größeren Festmahls zu werden – Träger des Weines, der die Herzen erfreut, und des Öls, das Nationen heilt. In einer Welt, die bald das Problem des Hungers lösen mag, ist es unsere Bestimmung, das Problem der Leere zu lösen, indem wir den Überfluss von Christi barmherzigem Tisch nehmen und ihn an eine Generation verteilen, die bald entdecken wird, dass selbst wenn alles kostenlos ist, Er das Einzige ist, das wirklich sättigt.
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Joel 2:19 • Matthäus 14:19
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I. Prolegomena: Die Hermeneutik der bundesbezogenen Versorgung Die Beziehung zwischen dem prophetischen Korpus des Alten Testaments und der narrative...
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