Licht Und Schatten Im Umgang Mit Den Gaben

Dein Herz hat sich erhoben ob deiner Schönheit; du hast deine Weisheit um deines Glanzes willen verderbt. So habe ich dich auf die Erde geworfen und dich vor den Königen zum Schauspiel gemacht.Hesekiel 28:17
Prüfet euch selbst, ob ihr im Glauben seid; stellet euch selbst auf die Probe! Oder erkennet ihr euch selbst nicht, daß Jesus Christus in euch ist? Es müßte denn sein, daß ihr nicht echt wäret!2. Korinther 13:5
Dr. Roberto Miranda

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Dr. Roberto Miranda

Zusammenfassung: Unsere Stärken können unsere Schwächen sein. Jede Gabe hat eine Licht- und Schattenseite. Dessen müssen wir uns bewusst sein und uns vor Selbstüberschätzung oder geistlichem Stolz hüten. Wir benötigen ständige Wachsamkeit und Ehrlichkeit uns selbst und Gott gegenüber, um langfristiges Scheitern in unserem Dienst für den Herrn zu vermeiden.

Ein interessanter Aspekt der menschlichen Persönlichkeit besteht darin, dass oftmals unsere Stärken zugleich unsere Schwächen sein können. Jeder Gläubige, ob Leiter oder nicht, sollte sich dieses merkwürdigen Gesetzes der menschlichen Natur bewusst bleiben. Jede Gabe hat eine Lichtseite, aber auch eine Schattenseite.

Die Person mit einer evangelistischen Gabe zum Beispiel – überströmend von Enthusiasmus, Charisma, Adrenalin und kreativen Ideen – muss sich vor der Schattenseite ihrer Begabung hüten. Dieselbe Energie, die es ihr ermöglicht, evangelistische Kampagnen zu organisieren, freundlich und zuversichtlich zu Einzelpersonen oder Menschenmengen zu sprechen und eine anstrengende Reise nach der anderen anzutreten, kann sie dazu führen, mehr zu versprechen, als sie halten kann, eine flache und oberflächliche Spiritualität zu entwickeln oder zwischenmenschliche Beziehungen ohne Tiefgang zu pflegen.

Andererseits kann der Pastor, dessen Nüchternheit und stabiler, konservativer Charakter sich bestens eignen, um langfristig für die Seelen zu sorgen und die institutionelle Gesundheit seiner Kirche zu schützen, manchmal so vorsichtig und bedacht bei jeder Entscheidung werden, dass ihm die notwendige Vision und Kreativität fehlt, um seine Gemeinde auf ein neues Wachstumsniveau zu führen.

Der große Prediger kann so sehr von seiner Rhetorik und Beredsamkeit abhängig werden, dass er vergisst, die Erfüllung und Salbung des Heiligen Geistes durch nüchterne geistliche Disziplinen kontinuierlich zu pflegen.

Der überreich Gesalbte kann sich so sehr in die Salbung verlieben, dass er es versäumt, die Frucht des Heiligen Geistes oder ein reifes und tiefgreifendes Wissen über das Wort Gottes zu pflegen.

Die Person, die Gott über die Jahre mit großen Erfolgen und geistlichen Siegen gesegnet hat, muss sich vor Selbstüberschätzung und dem möglichen geistlichen Stolz hüten, den diese ununterbrochene Kette von Segnungen hervorrufen kann.

Zusammenfassend lässt sich sagen, jede Gabe wirft ihren Schatten. Jede Salbung birgt ihre Gefahr. Jede Begabung von Gott kann, wenn wir nicht aufpassen, zu einer Achillesferse werden. Es bedarf ständiger Wachsamkeit, sowie einer gesunden Portion Ehrlichkeit uns selbst und Gott gegenüber, damit unsere Gaben – und die Triumphe, die sie uns beschert haben – nicht zu subtilen Feinden unseres Dienstes für den Herrn werden und uns auf lange Sicht zum Scheitern führen.