Wie Man in Die Zone Der Stille Gelangt

Dem Vorsänger. »Verdirb nicht.« Eine Denkschrift Davids; als er vor Saul in die Höhle floh.Psalmen 57:1
So lasset uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe!Hebräer 4:16
Dr. Roberto Miranda

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Dr. Roberto Miranda

Zusammenfassung: Um in die Zone der mächtigen Stille einzutreten, ist es wichtig, ein gesundes Andachtsleben zu pflegen und geistliche Reserven anzusammeln. In Zeiten der Prüfung sollte man mehr beten, nicht weniger, und Gottes Wort auswendig lernen, damit es in Momenten der Angst und des Kampfes eine Quelle der Lebenskraft und des Trostes sein kann. Es ist auch wichtig, geduldig das Heil des Herrn zu erwarten und den Lauf nicht vorzeitig aufzugeben, darin zu verharren, bis Gott seinen vollständigen Zweck in unserem geistlichen Lauf offenbart.

Wie kann man in jene Zone der mächtigen Stille eintreten, von der wir in den letzten Meditationen gesprochen haben? Wie kann man den Frieden Gottes inmitten des Sturmes pflegen?

Erstens, warte nicht, bis die Prüfung oder die Krise kommt, um deinen Blick auf den Herrn zu richten. Selbst in Zeiten der Normalität pflege ein gesundes Andachtsleben. Wie Josaphat zu Beginn seiner Herrschaft präventiv Festungen in verschiedenen Städten seines Landes baute, so sammle geistliche Reserven an und stärke dich geistlich und emotional durch tägliches Gebet und Meditation, damit du, wenn die Prüfung kommt, in guter geistlicher Verfassung bist, um zu widerstehen und zu siegen.

Zweitens, wenn du in Zeiten der Prüfung gerätst, denke daran, dass du mehr beten sollst, nicht weniger! In schwierigen Zeiten ist die natürliche Tendenz, in einen Modus der Krise und hektischen Aktivität zu verfallen und die geistlichen Disziplinen zu vernachlässigen. Es sollte genau das Gegenteil der Fall sein. Das Gebet richtet dich auf das Ewige aus, beruhigt die Panik, nimmt die Augen von den Umständen und hilft dir, den Blick auf die göttlichen Verheißungen zu richten. Dies wiederum bringt Frieden in deine Seele und flößt dir Hoffnung ein.

Drittens, lerne Gottes Wort auswendig, insbesondere Verse der Kraft und des Sieges. Wenn die Prüfung kommt, werden diese kraftvollen Texte zu einer Quelle der Lebenskraft und des Trostes für deine Seele. Gottes Wort wird sich beim Wiederholen in dir entfalten und deine Emotionen stärken. Im Laufe der Jahre habe ich entdeckt, dass jene Psalmen und Texte, die ich auswendig gelernt habe, zu wertvollen Verbündeten in meinen Kämpfen geworden sind. In Zeiten der Angst und des Kampfes hat es eine beruhigende Wirkung in mir gehabt, sie leise zu rezitieren. Sie waren wie Geschosse, die ich gegen die Stirn der Riesen schleudern konnte, prophetisches Wort, das den geistlichen Inhalt dieser Texte zu meinem Vorteil aktiviert hat. Deshalb ist es wichtig, Gottes Wort auswendig zu lernen. Wenn der Krieg kommt, werden wir feststellen, dass das Wort bereits in uns ist, in unser Empfinden integriert, dessen Nährstoffe durch unser ganzes Wesen verbreitet sind.

Schließlich, erwarte geduldig das Heil des Herrn. Gib den Kampf nicht vorzeitig auf! Gott hat seine Zeiten, seine Prozesse und seine Absichten für jedes seiner Kinder. Wie wir gesehen haben, kommt die Prüfung nicht nur vom Feind. Manchmal lässt Gott sie zu oder initiiert sie aktiv, um uns zu stärken, uns zu beschneiden, uns zu zerbrechen und uns mehr wie Christus zu machen. In anderen Fällen, wie wir bereits besprochen haben, nimmt Gott die Prüfung nicht sofort von uns, obwohl sie vom Feind initiiert wurde, denn trotz ihres diabolischen Ursprungs hat sie eine positive Wirkung auf uns, indem sie uns demütigt, uns mehr zum Gebet und zur Gottsuche hinlenkt und uns zwingt, mehr von Ihm abhängig zu sein. Denke daran, dass „denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen“.

Selbst die Angriffe des Feindes, wenn wir sie Hand in Hand mit Gott durchschreiten, werden sich zum Segen für unsere Seelen auswirken. Der Hebräerbrief-Autor ermutigt uns, den Lauf nicht vorzeitig aufzugeben, sondern darin zu verharren bis zum Ende, bis Gott seinen vollständigen Zweck in den geheimnisvollen Prozessen unseres geistlichen Laufs offenbart hat: „Werft nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat. Geduld aber habt ihr nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt“ (Heb 12: 35, 36).